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Höhensicherungsgerät vs. Falldämpfer: Was auf dem Flachdach wirklich sicher ist

Höhensicherungsgeräte und Falldämpfer erfüllen im PSAgA-System dieselbe Grundfunktion: Sie verbinden den Auffanggurt mit dem Anschlagpunkt und begrenzen die Fallenergie bei einem Sturz. Doch ihre Funktionsweise, ihr Einsatzbereich und ihre Anforderungen an den Sturzraum unterscheiden sich grundlegend. Wer das falsche System wählt, gefährdet sich im Ernstfall selbst.

Wie ein Falldämpfer funktioniert

Ein Falldämpfer (Norm: EN 354 + EN 355) ist ein Verbindungsmittel mit integriertem Energieabsorber. Im Normalzustand ist das Verbindungsmittel auf eine Länge von typischerweise 1,5 bis 2 Metern zusammengefaltet. Bei einem Sturz wird die Verbindung schlagartig belastet, das Falldämpferband reißt kontrolliert auf und absorbiert dabei die kinetische Energie des Sturzes. Die maximale Auffangkraft wird auf unter 6 kN begrenzt – ein Wert, den der menschliche Körper überleben kann.

Der entscheidende Nachteil: Das ausgezogene Falldämpferband verlängert das System um bis zu 1,75 Meter. Zusammen mit der Gurtlänge und dem Freiraum unter dem Anschlagpunkt ergibt sich ein Gesamtsturzraum von oft 6 Metern oder mehr. Wer auf einem Flachdach mit nur 3 Meter Absturzhöhe arbeitet, kann mit einem Falldämpfer den Boden treffen – trotz ausgeöstem System.

Wie ein Höhensicherungsgerät funktioniert

Ein Höhensicherungsgerät (Norm: EN 360) funktioniert wie eine Sicherheitsleine mit automatischer Rückzugseinheit. Bei normaler Bewegung gibt das Gerät Seil frei und zieht es wieder ein – ähnlich wie ein Sicherheitsgurt im Auto. Bei einem Sturz blockiert die Einheit sofort und hält die fallende Person innerhalb weniger Zentimeter auf.

Das Ergebnis: Der freie Fall beträgt nur wenige Zentimeter, die Auffangkraft ist deutlich geringer als bei einem Falldämpfer, und der benötigte Sturzraum ist minimal. Höhensicherungsgeräte sind auf Flachdächern und in Situationen mit knappem Freiraum unterhalb des Anschlagpunkts deshalb häufig die bessere Wahl.

Direkter Vergleich

Sturzraum: Falldämpfer benötigt bis zu 6 m, Höhensicherungsgerät nur ca. 1 m – das ist der entscheidende praktische Unterschied.

Bewegungsfreiheit: Falldämpfer haben eine feste Maximallänge. Höhensicherungsgeräte geben Seil automatisch frei und ein – mehr Bewegungsfreiheit, kein Pendeln mit überschüssigem Seil.

Preis: Falldämpfer sind deutlich günstiger in der Anschaffung. Höhensicherungsgeräte kosten mehr, bieten aber bei regelmäßigem Einsatz mehr Komfort und Sicherheit.

Einsatz nach Sturz: Ein aktivierter Falldämpfer ist verbraucht und muss ersetzt werden. Ein Höhensicherungsgerät kann nach einem Sturz geprüft und ggf. weiterverwendet werden – Herstellerangaben beachten.

Wann welches System?

Falldämpfer eignen sich für Arbeiten in großen Höhen mit ausreichend Freiraum unterhalb des Anschlagpunkts – z.B. auf hohen Industriegebäuden, Brücken oder Masten. Auf niedrigen Flächdächern sind sie häufig ungeeignet, weil der Sturzraum nicht ausreicht.

Höhensicherungsgeräte sind die richtige Wahl auf Flachdächern und überall dort, wo der Freiraum unter dem Anschlagpunkt gering ist. Sie eignen sich auch für Personen, die sich viel bewegen müssen, weil das automatische Einziehen des Seils Stolperrisiken minimiert.

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Im Sortiment von Gerüstexpress finden Sie mobile Sekuranten und Anschlagpunkte für den Einsatz mit PSAgA auf Flachdächern. Bei Fragen zur richtigen PSAgA-Konfiguration für Ihren Einsatz beraten wir Sie gerne.

Häufige Fragen

Kann ich einen Falldämpfer auf einem Flachdach verwenden?

Nur wenn ausreichend Sturzraum vorhanden ist. Bei typischen Flachdächern mit 3–5 m Absturzhöhe ist das häufig nicht der Fall. Im Zweifel: Höhensicherungsgerät wählen.

Wie lange ist ein Höhensicherungsgerät haltbar?

Herstellerabhängig, typischerweise 10 Jahre ab Herstellungsdatum. Nach jedem Sturz muss das Gerät geprüft werden – auch wenn es äußerlich unbeschädigt wirkt.

Muss ich nach einem Sturz den Falldämpfer ersetzen?

Ja, immer. Ein aktivierter Falldämpfer hat seine Energieabsorptionskapazität verbraucht und darf nicht wiederverwendet werden.

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