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DGUV 201-056 und PV-Anlagen: Was sich für Solarteure und Gebäudebetreiber geändert hat

Der Boom der Photovoltaik verändert nicht nur die Energieversorgung in Deutschland – er verändert auch die Anforderungen an den Arbeitsschutz auf Gebäudedachern. PV-Anlagen müssen regelmäßig gewartet werden. Das bedeutet: Flächdacher, die früher nur selten betreten wurden, werden heute jährlich mehrfach von Servicetechnikern begangen. Die DGUV Information 201-056 in ihrer überarbeiteten Fassung von September 2025 reagiert darauf mit konkreten Anforderungen.

Wer ist betroffen?

Betroffen sind alle, die an PV-Anlagen auf Flächdachern arbeiten: PV-Installationsbetriebe bei Erstmontage und Erweiterung, Servicetechniker bei jährlicher Wartung und Reinigung, Elektriker bei Wechselrichtertausch oder Kabelarbeiten, und Gebäudebetreiber, die die Wartung durch Dritte beauftragen.

Was die DGUV 201-056 für PV-Dacher fordert

Flächdacher mit PV-Anlagen werden in der Regel als Ausstattungsklasse AK-B eingestuft – regelmäßige Nutzung durch Fachpersonal. Das bedeutet in der Praxis: Es müssen geeignete Schutzsysteme vorhanden oder mitgebracht werden, die Begehung muss Teil eines dokumentierten Schutzkonzepts sein, und alle beteiligten Personen müssen unterwiesen sein.

Entscheidend: Die Verantwortung liegt nicht allein beim ausführenden Betrieb. Der Gebäudebetreiber – also der Eigentümer oder Betreiber des Gebäudes mit der PV-Anlage – hat eine Planungsverantwortung. Wenn ein Gebäude eine PV-Anlage erhält, die Wartung erfordert, muss die Absturzsicherung bei der Planung mitgedacht werden.

Was das für die Erstmontage bedeutet

Bei der Erstinstallation einer PV-Anlage gelten die allgemeinen Vorschriften für Dacharbeiten. Kollektiver Seitenschutz hat Vorrang: Eine temporäre Dachrandsicherung sichert das gesamte Team gleichzeitig und ermöglicht freies Arbeiten auf der Fläche ohne PSAgA-Pflicht für jeden Einzelnen.

Für den Modultransport aufs Dach lohnt sich der Einsatz eines Solarlifts: Er reduziert den körperlichen Aufwand erheblich und minimiert das Risiko von Schäden an Modulen durch manuelles Tragen.

Was das für die jährliche Wartung bedeutet

Bei regelmäßigen Wartungsbegehungen durch ein oder zwei Techniker ist in vielen Fällen der Einsatz von mobilen Sekuranten die pragmatische Lösung: schnell positioniert, kein aufwändiger Aufbau, normkonform nach EN 795. Wichtig dabei: Das Verbindungsmittel muss als Rückhaltesystem konfiguriert sein, damit die Techniker die Dachkante nicht erreichen können.

Für größere Wartungsarbeiten – Modulreinigung der gesamten Anlage, Verkabelungsarbeiten, Wechselrichtertausch – ist eine vollständige Dachrandsicherung sinnvoller.

Planungsempfehlung für Gebäudebetreiber

Wer heute eine PV-Anlage installieren lässt, sollte gleichzeitig die Wartungssicherheit planen: Gibt es geeignete Zugangswege zum Dach? Sind permanente Anschlagpunkte sinnvoll? Ist die Dachfläche für wiederkehrende Begehungen ausgestattet? Diese Fragen im Voraus zu klären spart langfristig Kosten und stellt sicher, dass Wartungsarbeiten ohne aufwändige Vorbereitungen möglich sind.

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Häufige Fragen

Muss ich bei jeder PV-Wartung eine Dachrandsicherung aufbauen?

Nicht zwingend – aber es muss eine geeignete Absturzsicherung vorhanden sein. Bei kurzen Begehungen durch unterwiesenes Fachpersonal können mobile Sekuranten ausreichen. Bei längeren oder mehrtägigen Arbeiten ist kollektiver Schutz die bessere Lösung.

Wer haftet, wenn bei einer PV-Wartung jemand vom Dach fällt?

Der ausführende Betrieb trägt die primäre Verantwortung. Wenn der Gebäudebetreiber keine geeignete Infrastruktur bereitgestellt hat und das dem ausführenden Betrieb nicht bekannt war, kann auch er haftbar werden.

Was kostet eine Absturzsicherung für eine typische PV-Wartungsrunde?

Ein mobiler Sekurant ist die günstigste Lösung. Die Gesamtinvestition für PSAgA plus Sekurant liegt deutlich unter dem Aufwand für ein vollständiges Geländer – und amortisiert sich nach wenigen Einsätzen.

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