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Sekuranten kaufen: Worauf Dachdecker und Solarteure wirklich achten müssen

Wer auf Dächern arbeitet und keinen kollektiven Seitenschutz aufbauen kann, braucht einen zuverlässigen mobilen Anschlagpunkt. Sekuranten – auch mobile Anschlageinrichtungen genannt – erfüllen genau diese Funktion. Doch nicht jeder Sekurant ist für jeden Einsatz geeignet. Wer hier spart oder auf das falsche Produkt setzt, riskiert im Ernstfall nicht nur die eigene Sicherheit, sondern auch erhebliche Haftungskonsequenzen.

Dieser Ratgeber erklärt, wie Sekuranten funktionieren, welche Typen es gibt und worauf es beim Kauf wirklich ankommt.

Was ist ein Sekurant?

Ein Sekurant ist ein mobiler, temporärer Anschlagpunkt, der auf dem Dach positioniert wird und als Verankerungspunkt für persönliche Schutzausrüstung gegen Absturz (PSAgA) dient. Er wird nicht dauerhaft installiert, sondern für die Dauer der Arbeiten aufgestellt und danach wieder abgebaut.

Die Norm EN 795 regelt Anschlageinrichtungen – Klasse B umfasst dabei mobile Anschlageinrichtungen, die auf horizontalen Flächen eingesetzt werden. Für ortsfeste Systeme gilt seit der Überarbeitung die EN 17235. Beim Kauf eines Sekuranten sollte man daher auf die korrekte Normzertifizierung achten.

Wie funktioniert ein Sekurant auf dem Flachdach?

Der Sekurant wird auf der Dachfläche positioniert – meist mit Eigengewicht oder durch Betonballast gehalten. An der Öse oder dem Anschlagpunkt wird das Verbindungsmittel der PSAgA eingehängt. Ab diesem Moment ist der Anwender gesichert, solange das Verbindungsmittel die richtige Länge hat und der Sekurant korrekt positioniert ist.

Entscheidend: Der Sekurant muss so positioniert werden, dass das Verbindungsmittel im Rückhaltebetrieb nicht zu lang ist – die Person darf die Absturzkante nicht erreichen können. Die DGUV Information 201-056 empfiehlt einen Mindestabstand von 0,5 m zur Kante abzüglich der Verbindungsmittellänge.

Typen von Sekuranten im Vergleich

Freistehende Sekuranten mit Ballastierung

Diese Variante steht frei auf der Dachfläche und wird durch Betongewichte gesichert. Der Vorteil: keine Dachdurchdringung, flexibel positionierbar. Der Nachteil: Das Gesamtgewicht muss ausreichen, um die PSAgA-Kräfte sicher aufzunehmen – was oft unterschätzt wird.

Sekuranten mit Klemmbefestigung

Diese Version wird an der Attika oder einem tragfähigen Dachaufbau-Element festgeklemmt. Sie braucht weniger Ballast, setzt aber eine geeignete Klemmmöglichkeit voraus.

Kompaktsekuranten für einzelne Personen

Leichte, kompakte Einzel-Anschlagpunkte für den schnellen Einsatz. Ideal für kurze Arbeiten wie Dachrinnenreinigung oder Inspektion, bei denen ein vollständiges Geländersystem unverhältnismäßig wäre.

Was beim Kauf wirklich entscheidet

Normzertifizierung: Nur EN 795 Klasse B zertifizierte Produkte bieten die notwendige rechtliche und technische Absicherung. Billigprodukte ohne Normnachweis scheiden aus.

Tragfähigkeit: Der Anschlagpunkt muss mindestens 10 kN statischer Last standhalten. Das ist normativ vorgegeben – im Schadensfall wird genau das überprüft.

Ballastanforderungen: Wie viel Eigengewicht oder Zusatzballast ist erforderlich? Hersteller müssen das angeben. Wer das nicht findet, sollte nachhaken.

Kompatibilität mit PSAgA: Der Karabiner des Verbindungsmittels muss in die Öse des Sekuranten passen – Öffnungsweite und Belastungsrichtung müssen kompatibel sein.

Handhabung im Alltag: Wie schwer ist das Produkt? Wie schnell ist es aufgebaut? Auf einem Dach, das man täglich betreten muss, zählt das.

Häufige Fehler in der Praxis

  • Sekurant zu nah an der Dachkante positioniert – Verbindungsmittel zu lang eingestellt
  • Zu wenig Ballast – System hält keine PSAgA-Kräfte
  • Falscher Karabiner verwendet – nicht kompatibel mit der Öse
  • Kein Rettungskonzept – Person hängt im Gurt ohne Bergungsmöglichkeit
  • Sekurant auf nicht tragfähigem Untergrund (z.B. loser Kiesschüttung ohne Unterlegplatte)

Für wen lohnt sich ein Sekurant?

Sekuranten sind die richtige Wahl für Solarteure, Dachdecker und Wartungsfirmen, die regelmäßig auf verschiedenen Dächern arbeiten und nicht für jedes Objekt ein vollständiges Geländersystem aufbauen wollen oder können. Sie ergänzen das Kollektivschutzsortiment – sie ersetzen es nicht.

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Häufige Fragen

Kann ein Sekurant ein Geländer ersetzen?

Nein. Nach dem STOP-Prinzip hat kollektiver Schutz (Geländer, Seitenschutz) immer Vorrang. Ein Sekurant ist dann die richtige Wahl, wenn kollektive Maßnahmen technisch nicht möglich sind.

Wie viele Personen können an einem Sekurant gesichert werden?

In der Regel ist ein Sekurant für eine Person ausgelegt. Produkte für mehrere Personen sind explizit als solche ausgewiesen – die Herstellerangaben sind verbindlich.

Muss ein Sekurant geprüft werden?

Ja. Vor jedem Einsatz durch den Anwender selbst, mindestens jährlich durch eine sachkundige Person. Nach einem Sturz sofort außer Betrieb nehmen und prüfen lassen.

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