Absturzsicherung am Steildach: Anforderungen und Systeme für Dachdecker und Zimmereien
Absturzsicherung am Steildach: Anforderungen und Systeme für Dachdecker und Zimmereien
Steildächer zählen zu den gefährlichsten Arbeitsbereichen im Bauhandwerk. Die Kombination aus Neigung, glatter Dacheindeckung und oft großen Höhen macht eine konsequente Absturzsicherung unerlässlich. Dieser Ratgeber erklärt, welche Systeme geeignet sind und welche Normen für Dachdecker und Zimmereien relevant sind.
Was gilt als Steildach?
Steildächer werden in Deutschland typischerweise ab einer Dachneigung von mehr als 20° definiert. Für die Wahl der Absturzsicherung ist jedoch die konkrete Neigung entscheidend, da verschiedene Systeme unterschiedliche Neigungsklassen abdecken:
- 10–30°: Erhöhte Absturzgefahr, kollektiver Seitenschutz möglich
- 30–45°: Auffangfunktion erforderlich, DIN EN 13374 Klasse B
- 45–60°: Hohe Neigung, DIN EN 13374 Klasse C notwendig
Normgrundlagen: DIN EN 13374
DIN EN 13374 regelt temporäre Seitenschutzsysteme und unterscheidet drei Schutzklassen je nach Dachneigung und Fallenergie. Für Steildächer sind Klasse B und C relevant. Systeme der Klasse C, wie das Euroscaffold SGS Edge, sind für Neigungen bis 60° zugelassen und können Personen beim Abrutschen auffangen.
Geeignete Systeme für Steildächer
Dachfanggerüst
Das klassische Sicherungssystem für Steildächer. Es wird am Trauf befestigt und fängt abstürzende Personen auf. Dachfanggerüste sind robust und bewährt, erfordern aber mehr Auf- und Abbauzeit als modernere Klemmsysteme.
Euroscaffold SGS Edge
Das SGS Edge ist ein modernes Steildach-Absturzsicherungssystem, das sich an die Fassade anlehnt und keine Dachdurchdringung erfordert. Es ist nach DIN EN 13374 Klasse C für Neigungen bis 60° zertifiziert und lässt sich schnell montieren. Ein besonderer Vorteil: Die Gitter des SGS Edge sind kompatibel mit dem SGS Slim Plus für Flachdächer – so können dieselben Gitter für verschiedene Dachtypen genutzt werden.
Klemm- und Seilsysteme
Für besondere Dachformen oder Bereiche, in denen kein Seitenschutz aufgebaut werden kann, kommen Seilsicherungssysteme oder persönliche Absturzsicherung (PSAgA) zum Einsatz. Diese erfordern geeignete Anschlagpunkte und eine Unterweisung der Beschäftigten.
Tipps für sichere Steildacharbeiten
- Absturzsicherung vor Arbeitsbeginn vollständig aufbauen – nie nachträglich
- Systemwahl auf Dachneigung und Witterung abstimmen
- Auf nassen oder vereisten Dächern erhöhte Vorsicht walten lassen
- Tragfähigkeit von Befestigungspunkten prüfen
- Sicherheitsgurte korrekt anlegen und auf Zustand prüfen
- Flucht- und Rettungsweg einplanen
Absturzsicherung für Steildächer bei Gerüstexpress
Bei Gerüstexpress finden Sie Absturzsicherungssysteme für Steildächer, insbesondere das Euroscaffold SGS Edge. Das System eignet sich für Dachdecker, Zimmereien, PV-Monteure und alle Betriebe, die regelmäßig auf geneigten Dächern arbeiten.
FAQ: Absturzsicherung am Steildach
Welche Norm gilt für Steildächer?
DIN EN 13374 mit den Schutzklassen B (bis 30°) und C (bis 60°) ist die relevante Norm für temporäre Absturzsicherung an Steildächern.
Kann ich dasselbe System für Flach- und Steildach nutzen?
Beim Euroscaffold SGS-System können die Gitter für Flat- und Steildachsysteme kombiniert werden, was Investitionskosten spart.
Wer darf Absturzsicherungen am Steildach montieren?
Die Montage muss durch unterwiesene Personen erfolgen, die die Aufbauanleitung und Einsatzgrenzen des Systems kennen.