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Temporäre Flachdachsicherung: Welches System passt zu welchem Einsatz?

Wer regelmäßig auf Flachdächern arbeitet, kennt das Problem: Man braucht eine Absturzsicherung, die schnell steht, die Dachhaut nicht beschädigt und am Ende des Tages wieder im Transporter verschwindet. Freistehende, temporäre Sicherungssysteme sind genau dafür gemacht – und trotzdem unterscheiden sie sich in Aufbau, Einsatzbereich und Alltagstauglichkeit erheblich.

Dieser Ratgeber erklärt, welche Systeme es gibt, wo ihre jeweiligen Stärken liegen und worauf man beim Kauf oder Einsatz achten sollte.

Was eine temporäre Flachdachsicherung leisten muss

Der Kerngedanke ist einfach: Das System soll verhindern, dass Personen über die Dachkante treten. Dafür braucht es keine Verankerung in der Dachkonstruktion – stattdessen halten Ballastgewichte, Klemmen oder eine Kombination aus beidem das Geländer in Position.

Die Norm DIN EN 13374 legt fest, was ein solches System leisten muss. Für Flachdächer bis 10° Neigung gilt Schutzklasse A: Der Seitenschutz muss statischen Lasten standhalten, aber keinen freien Fall auffangen. Das macht die Konstruktion leichter und günstiger – und für den temporären Einsatz besonders geeignet.

Was ein gutes System im Alltag auszeichnet:

  • Schnelle Montage ohne Spezialwerkzeug
  • Geringe Teileanzahl, klare Aufbaulogik
  • Stabiler Stand auch auf nicht ebenem Untergrund
  • Kein Risiko für die Dachabdichtung
  • Kompakter Transport, möglichst stapelbar

Freistehende Geländer mit Betonballast

Das am häufigsten verwendete System auf deutschen Flachdächern. Ständer aus Aluminium werden in Abständen von 1,5 bis 2,5 Metern aufgestellt, mit Betonelementen beschwert und mit Rohren oder Gitterfeldern verbunden.

Die Betonelemente sind dabei der entscheidende Faktor: Zu wenige oder zu leichte Ballaste, und das System kippt bei Windlast. Zu viele, und der Transport wird zum Problem. Seriöse Hersteller liefern genaue Angaben zur erforderlichen Ballastmenge je nach Aufstellsituation und Windzone – diese sollte man im Zweifel nachrechnen, nicht schätzen.

Systeme wie das Euroscaffold SGS Slim Plus folgen diesem Prinzip und sind für Attikahöhen ab 15 cm ausgelegt. Durch klappbare Ständer lassen sich die Gitterfelder auch für Arbeiten direkt am Dachrand kurzzeitig umklappen.

Attika-Klemmsysteme

Wo eine ausreichend hohe und tragfähige Attika vorhanden ist, können Klemmsysteme eine Alternative zur Ballastierung sein. Sie greifen mechanisch an der Attikakrone an und brauchen keine Gewichte – setzt aber eine geeignete Attika voraus.

Wichtig: Nicht jede Attika ist für Klemmsysteme geeignet. Zu schmale, baufällige oder mit empfindlicher Beschichtung versehene Attiken können beschädigt werden oder halten nicht stand. Vor dem Einsatz sollte die Tragfähigkeit beurteilt werden.

Typische Fehler in der Praxis

  • Zu wenig Ballast: Herstellerangaben nicht eingehalten, Windlast unterschätzt
  • Falsche Ständerabstände: Die Norm legt Maximalabstände fest – werden sie überschritten, verliert das System seine Zulassung
  • Fehlende Bordbretter: Gegen herabfallende Gegenstände schützt nicht das Geländer selbst, sondern ein Bordbrett am Boden
  • Kein Aufbauprotokoll: Wer das System aufgebaut hat und wann, sollte dokumentiert sein
  • Unebener Untergrund ignoriert: Kiesschüttung oder Rohrleitungen können den Stand beeinträchtigen

Was kostet eine temporäre Flachdachsicherung?

Das hängt von der zu sichernden Länge und dem gewählten System ab. Ein vollständiges System für 10 bis 15 Meter Dachkante liegt je nach Hersteller im mittleren dreistelligen bis niedrigen vierstelligen Bereich. Günstigere Alternativen aus dem Baumarkt erfüllen die Anforderungen der DIN EN 13374 häufig nicht.

Temporäre Systeme bei Gerüstexpress

Im Sortiment von Gerüstexpress finden sich bewährte Systeme für die temporäre Flachdachsicherung, insbesondere die Euroscaffold SGS-Reihe. Alle Produkte sind nach DIN EN 13374 zertifiziert und für den gewerblichen Dauereinsatz ausgelegt. Für Beratung steht das Team über die Kontaktseite zur Verfügung.

Häufige Fragen

Muss ich ein temporäres System abnehmen lassen?

Nein, eine formelle Abnahme ist nicht vorgeschrieben. Der Aufbau muss jedoch den Herstellerangaben und der Norm entsprechen.

Wie lange darf ein temporäres System auf dem Dach stehen?

Rechtlich ist keine Maximaldauer festgelegt. Systeme, die dauerhaft verbleiben, sollten regelmäßig geprüft werden – die DGUV Information 201-056 empfiehlt bei dauerhafter Aufstellung eine Prüfung spätestens alle 24 Monate.

Brauche ich für jede Dachkante ein Geländer?

Grundsätzlich ja – alle Bereiche mit Absturzgefahr müssen gesichert werden. Ausnahmen können gelten, wenn ein Rückhaltesystem mit PSAgA eingesetzt wird.

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