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PSAgA erklärt: Auffanggurt, Verbindungsmittel und Anschlagpunkt richtig kombinieren

Persönliche Schutzausrüstung gegen Absturz – kurz PSAgA – ist mehr als ein Gurt, den man sich umschnallt. Sie ist ein System aus aufeinander abgestimmten Komponenten, das nur dann zuverlässig funktioniert, wenn alle Teile zusammenpassen, korrekt eingestellt sind und der Anwender weiß, wie er sie einzusetzen hat.

Dieser Artikel erklärt die drei Kernkomponenten jeder PSAgA, was sie leisten, und worauf es bei Auswahl und Einsatz ankommt.

Die drei Kernkomponenten im Überblick

Jedes PSAgA-System besteht aus mindestens drei Elementen, die gemeinsam wirken: dem Auffanggurt als Verbindung zum Körper, dem Verbindungsmittel als bewegliche Verbindung zwischen Gurt und Anschlagpunkt, und dem Anschlagpunkt als fester Verankerung im Gebäude oder auf dem Dach.

Fehlt eines dieser Elemente oder ist es nicht für den konkreten Einsatz geeignet, ist das gesamte System wirkungslos – oder schlimmer: es gibt dem Träger falsche Sicherheit.

Der Auffanggurt

Der Auffanggurt (Norm: EN 361) umschlingt Brust, Schultern, Beine und Becken. Er verteilt die Auffangkräfte bei einem Sturz auf möglichst große Körperflächen und verhindert, dass der Träger aus dem Gurt herausrutscht. Ein nicht korrekt eingestellter Gurt kann im Sturzfall schwere Verletzungen verursachen – deshalb ist die richtige Anpassung an den Körper Pflicht, nicht Option.

Zu unterscheiden sind: Haltegurte (EN 358) für die Arbeitspositionierung ohne Sturzrisiko, Auffanggurte (EN 361) für den Einsatz in Auffangsystemen, und Kombi-Gurte, die beides vereinen.

Das Verbindungsmittel

Das Verbindungsmittel stellt die Verbindung zwischen Gurt und Anschlagpunkt her. Es gibt zwei grundlegend verschiedene Typen – und der Unterschied ist entscheidend.

Verbindungsmittel mit Falldämpfer (EN 354 + EN 355) sind für Auffangsysteme gedacht. Wenn eine Person stürzt, reißt der Falldämpfer auf und absorbiert einen Großteil der Sturzenergie. Nachteil: Das ausgezogene Dämpferband verlängert das System um bis zu 175 cm – es muss also ausreichend freier Raum unterhalb des Anschlagpunkts vorhanden sein.

Höhensicherungsgeräte (EN 360) funktionieren wie eine Sicherheitsleine: Sie geben Seil frei, wenn man sich bewegt, und blockieren sofort bei einem Sturz. Das begrenzt den freien Fall auf wenige Zentimeter – auf Flachdächern häufig die bessere Wahl, weil der Sturzraum knapp ist.

Der Anschlagpunkt

Der Anschlagpunkt muss mindestens 10 kN statischer Belastung standhalten – das entspricht ungefähr einer Tonne. Ein ungeeigneter Anschlagpunkt – eine dünne Rohrleitung, ein nicht tragfähiges Dachelement – kann im Sturzfall versagen und die gesamte Schutzwirkung zunichte machen.

Anschlagpunkte können fest im Gebäude installiert sein (permanente Anschlageinrichtungen nach EN 795 bzw. EN 17235) oder mobil auf dem Dach positioniert werden (Sekuranten).

Rückhaltesystem oder Auffangsystem – was ist wann richtig?

Ein Rückhaltesystem verhindert, dass man überhaupt in den Bereich der Absturzkante gelangt. Das Verbindungsmittel ist so kurz eingestellt, dass man den Rand nicht erreichen kann. Ein Auffangsystem fängt einen bereits stattfindenden Sturz auf – erfordert aber ausreichend sturzfreien Raum und ein funktionierendes Rettungskonzept.

Unterweisung: gesetzlich Pflicht, praktisch unverzichtbar

PSAgA darf nur von Personen verwendet werden, die in Theorie und Praxis unterwiesen wurden – das schreibt die DGUV Regel 112-198 vor. Diese Unterweisung muss dokumentiert werden und muss erneut erfolgen, wenn sich Arbeitsbedingungen oder Ausrüstung ändern.

PSAgA-Zubehör bei Gerüstexpress

Im Sortiment von Gerüstexpress finden sich mobile Anschlagpunkte (Sekuranten) und Zubehör für die persönliche Absturzsicherung. Für eine Beratung zur richtigen Systemzusammenstellung steht das Team über die Kontaktseite zur Verfügung.

Häufige Fragen

Kann ich jeden Gurt mit jedem Verbindungsmittel kombinieren?

Nein. Die Karabiner und Verbindungselemente müssen zueinander passen. Im Zweifelsfall Systemlösungen vom gleichen Hersteller verwenden.

Wie oft muss PSAgA geprüft werden?

Mindestens einmal jährlich durch eine sachkundige Person sowie vor jedem Einsatz durch den Träger selbst. Nach einem Sturz muss die gesamte Ausrüstung außer Betrieb genommen und geprüft werden.

Was ist ein Hängetrauma und warum ist es relevant?

Wenn eine Person im Auffanggurt hängt ohne sich bewegen zu können, kann es innerhalb von Minuten zu einem lebensgefährlichen Kreislaufversagen kommen. Deshalb ist ein Rettungskonzept, das eine schnelle Befreiung ermöglicht, bei jedem PSAgA-Einsatz Pflicht.

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